Entdecken Sie mit uns die Komponistin Emilie Mayer (1812-1883).
Wer war Emilie Mayer?
Klapptext
Symphonie Nr. 3 C-Dur "Militair"
(Ausschnitt aus dem Scherzo)
Biografische Einblicke
Von der Apothekerstochter zur Symphonikerin
In die Großstadt
Komponieren gegen Widerstände
Brotlose Kunst? Emilie Mayer als geschickte Netzwerkerin
Eine Vorstellung vom Aussehen einer derartigen Brotskulptur vermittelt die Zeichnung einer „Vase aus Brot“, die dem erwähnten Bericht der Illustrirten Zeitung beigegeben ist und detailliert erläutert wird: „Diese Vase, deren verdeckter Kern aus einem abgedrehten Holzgestell besteht, zeigt auf ihrer äußern und innern Oberfläche eine schön geordnete Zusammenfügung der feinsten Reliefbildungen; Blumen, Blätter, Rosetten und Arabesken der mannigfachen Art bilden zusammen die reizendsten und schönsten Muster, womit diese Oberflächen fast in dichtesten Massen bedeckt sind. Der Sockel, worauf die Vase steht, ist aus einem an den vier aufrechtstehenden Kanten abgestumpften hölzernen Würfel gebildet, dessen Seiten glatt poliert sind und denselben blaßgelben Ton haben wie die getrocknete Brotmasse. Die vier größern Seiten dieses Sockels sind mit kleinen Medaillons aus derselben Brotmasse verziert, welche auf sehr sinnige Weise die Symbole der vier Künste: Poesie, Musik, Malerei und Skulptur auf jeder der vier Seiten besonders zeigen, umkränzt mit Blumen, Eichen- und Lorbeerzweigen.“
Der Artikel erwähnt insgesamt vier Brotskulpturen, die Teil bedeutender Kunstsammlungen „in Strelitz, Berlin und Dresden“ waren: Emilie Mayer hatte bereits der Großherzogin von Mecklenburg eine Vase im pompejanischen Stil zugeignet, seit 1855 war der König von Sachsen im Besitz einer aus Brot gefertigten Schale. Diese befand sich einst im Grünen Gewölbe zu Dresden und wurde „den Besuchern desselben stets als eine originelle Seltenheit präsentiert“, so Sangalli-Marr. Seit 1945 gilt das 15 cm hohe Kunstwerk als verschollen.
Ob Mayers Brotkunst wie ihre Tonkunst zunächst auf Widerstände in der Männerdomäne des Kunstbetriebs traf, bleibt unklar. 1848 hatte die Preußische Akademie der Künste noch abgelehnt, für ihre Ausstellung eine „Arbeit in Teig“ von Mayer zuzulassen. Zehn Jahre später berichtet jedoch die Illustrirte Zeitung, die beschriebene Brotvase Mayers habe „schon in mehren Kunstaustellungen in größeren Städten die allgemeinste Bewunderung erregt und ist in Berlin in dem Arnold’schen Kunstkabinett (unter den Linden) ausgestellt bis zu der dieses Jahr hier stattfindenden großen Kunstausstellung, wo [sie] dann der wohlverdienten allgemeinen Bewunderung nicht entgehen wird.“